Broken Comb People

Nach T-Shaped kommt jetzt der kaputte Kamm

Broken Comb (Bild: Dean Hochman via Flickr)

Wir alle kennen den Begriff T-Shaped people. Das sind Menschen, die in einem breiten Feld grobes Wissen aufgebaut haben und sich auf einem bestimmten Gebiet tiefes Spezialwissen angeeignet haben. Karl Vredenburg (Director, IBM Design) schreibt dazu in Becoming a T-Shaped Designer:

Tim Brown of IDEO introduced the term “T-shaped” to describe people who have depth of skill and experience in one discipline, represented by the vertical stroke, while also having breadth via skills and experience across other disciplines, represented by the horizontal stroke.

Das breite Wissen erlaubt es diesen Menschen oft über Silos hinweg zu kommunizieren und sich hier und da einzubringen. Da wo sie ihr breites Wissen erlangt haben, sind sie natürlich lange keine Experten. Aber es reicht eben aus, um ein Gefühl für andere (oft benachbarte) Wissensgebiete zu bekommen. Das hilft ihnen meistens ihre eigene Arbeit noch besser zu erledigen.

In den letzten paar Jahren ist ein neuer Begriff dieser Art aufgetaucht: broken comb people. Broken comb, der kaputte Kamm also.

Brittany Hunter schreibt in Of Software Designers & Broken Combs:

Broken Comb people are continuously striving to learn and improve and to go deeper than just the surface, whatever discipline they are learning about.

Und sie fährt fort:

When broken combs work together, you have more people with more knowledge weighing in on and considering more aspects of the product. The connections between visual design, interactive design, and user experience are stronger.

Der Begriff der Broken Comb Menschen ist noch relativ neu. Die Idee dahinter ist allerdings sehr alt. Früher war für diese Art Mensch die Bezeichnung Renaissance Man geläufig. Und natürlich noch älter ist der Begriff Polymath, also auf Deutsch: der Universalgelehrte.

Broken Comb People

Bedeutende Universalgelehrte waren, wir kennen sie natürlich alle, beispielsweise: Leonardo da Vinci, Gottfried Wilhelm Leibniz, Alexander von Humboldt und Johann Wolfgang von Goethe.

Sind wir modernen UXler also auf dem Weg die nächsten Renaissance Männer (und natürlich auch Damen) zu werden? Ich finde den Ausblick spannend. Die Fußstapfen in die wir da treten wollen sind allerdings riesig.

Können wir die wirklich füllen?

About Jan (501 Articles)
<p>Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.</p>

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