Das Problem mit MVP

Exceptional Viable Product oder Minimum Viable Experience?

MVP Minimum Viable Player Image from http://stuffflypeoplelike.com

Ich glaube der Begriff MVP wird zu Zeit durch viele Agenturen gejagt. Das nächste, super heiße Konzept aus Silicon Valley! Ach ja. Ich kann mich noch erinnern, dass MVP früher vor allem most valuable player hieß und im Profisport verwendet wurde. Na ja, heute steht es (zumindest in unserer Blase) für Minimum Viable Product (nicht Minimal Viable Product).

Da fällt mir doch glatt wieder dieser uralt Klassiker ein wo Ali G mit einem echten MVP spricht, aber most valuable player mit MP3 abkürzt:

Das Video ist schon fast 10 Jahre alt. Top, oder? Ich muss immer noch schmunzeln. Aber zurück zum Thema: das Problem mit MVP.

Im kostenlosen eBook The Guide to Minimum Viable Products heißt es beispielsweise Matchist.com cofounder, Stella Fayman, aptly states the goal of an MVP is to prove that people will use your product. MVP ist eine Herangehensweise durch welche Startups neue, innovative Ideen am Markt testen können.

Former Apple chief evangelist, Guy Kawasaki, asserts in his MVP philosophy, the physical MVP doesn’t need to be perfect but it must be revolutionary. Early adopters are incredible force multipliers when it comes to early-stage products, and the only way to gain their influence is to create an MVP that embodies five important qualities.

Guy Kawasaki nennt folgende 5 Eigenschaften, die Minimum Viable Products haben sollen:

  1. Gehaltvoll (Deep): ausreichende und sinnvolle Funktionalität soll vorhanden sein.
  2. Klug (Intelligent): das Produkt bietet Lösungen für tatsächliche Probleme an.
  3. Vollständig (Complete): das Produkt ist trotz seiner frühen Phase nutzbar oder betriebsfähig.
  4. Anregend (Empowering): das Produkt animiert und inspiriert seine Nutzer.
  5. Tadellos (Elegant): intuitive und erwartungskonforme Nutzung ist möglich.

Ich habe neulich, inspiriert durch den Artikel Minimum Viable Product: Your ultimate guide to MVP, folgenden Tweet verfasst:

Das scheint mir tatsächlich eines der großen Misverständnisse zu sein. Aber erstmal ein Wort zu obigem Artikel. Es lohnt sich ihn zu lesen.

Minimum Viable Product (MVP) is useful product strategy that is loved and used by many lean startup practitioners around the world. Many entrepreneurs, however, end up with MVPs that don’t land anywhere near their expectations. Their MVPs have very low conversion rates and no paying customers.

Das Problem ist:

Usually, this is the stage where the most startups fail. They create a landing page in hopes of testing the problem/solution fit. Kinda taking a shortcut without doing proper problem interviews, whereas they should be concentrating on the problems of their customers first. The result? Very low click-through rates.

Das Misverständnis ist also, dass ein MVP Ansatz eine ausreichende Recherche nicht ersetzt. Egal wie minimalistisch das erste Produkt ist das man auf den Markt werfen möchte. Wenn man seine potentiellen Kunden und ihre Probleme nicht versteht, wird man kaum erfolgreiche Ergebnisse erhalten.

Ein anderes Problem ist meiner Meinung nach, dass MVPs von Startups für Startups erdacht worden sind. Man hat eine innovative Idee und noch keine Kunden. Was hat man schon zu verlieren? Aber ist diese Herangehensweise auch für große, etablierte Unternehmen sinnvoll?

Rand Fishkin bevorzugt daher einen etwas anderen Ansatz: EVP (Exceptional Viable Product).

First impressions matter — a lot. It is for this reason that he encourages others to take their MVP one step further toward being an EVP (an Exceptional, Viable Product). He claims to have seen a lot of MVPs launch that hardly produce significant value, and strongly believes it’s highly problematic. After all, there’s only so many times you can re-launch a product. In practice, Rand suggests making your MVPs in-house and dogfooding them internally and with a few customers. Gather feedback and iterate until the first internal and external users find that “A Ha” moment, then release it to the wild as an EVP.

Brandon Schauer beschreibt einen sehr vergleichbaren Weg. Er nennt ihn das Cupcake Model.

Oder wie sagte MOBX Sprecher Nick Finck so schön? We should strive for a Minimum Viable Experience.

(Image: http://stuffflypeoplelike.com)

About Jan (500 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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