Der Weg ist das Ziel

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Thésée-la-Romaine (Loir-et-Cher) photo by sybarite48

Andy Budd schreibt in seinem Blog My Advice to Young Designers and Developers:

Now I don’t want to romanticise low paid jobs or suggest poverty tourism for the soon to be tech-elite, but there’s something to be said for getting by on minimum wage to enforce a respect for money. There’s also something to be said for working behind a bar, in a call centre or any number of service-based jobs to instil a sense of empathy for other people.

Wo sonst lernt man Empathie, Einfühlungsvermögen und Identifikation, wenn nicht im oft schlecht bezahlten Studentenjob oder einem anderen Nebenjob ganz am Anfang der eigenen Karriere?

Gerade in einer Zeit, wo fast unendliche Möglichkeiten der Selbstverwirklichung auch relativ einfach zu erreichen sind, ist es wichtig mal inne zu halten. Im Prinzip zielt die Idee in die selbe Richtung, in welche Rainer Sax blickte als er von getting lost sprach (als Aufzeichnung hier im Podcast: AKW029 Strand und Sonne und Getting Lost).

Ab und an ist es wichtig dem Reiz der Abkürzung zu wiederstehen und bewußt Umwege zu beschreiten. Stürzt man zu früh dem vermeintlichen Ziel entgegen, beraubt man sich selbst der Chance rechtzeitig zu evaluieren, zu prüfen und zu hinterfragen. Und oft ist es so, dass sich das mutmaßliche Ziel als ein Ort in der völlig falschen Richtung herausstellt.

By comparison, the majority of people I know who went straight into a career ended up hating what they did for a living, but only realised this once it was too late. There really is no rush to start down the career path, so I find it weird how many people are settling into their careers so soon. It’s something I associate more with my parents or grandparents era and is oddly conservative.

Im Prinzip ist es ja wie in der Softwareentwicklung: frühes testen ist billig, spätes testen ist teuer. Sei es eine App, eine Webseite, Wireframes oder der eigene Karrierepfad—wer rechtzeitig prüft und überlegt ist langfristig glücklicher.

Wenn Du es eilig hast, mach einen Umweg, ist angeblich ein Japanisches Sprichwort. Mir gefällts. Wer mehr von Andy Budd hören möchte, mag vielleicht hier klicken: AKW048 Frohe Feiertage im Mobile Goldrush.

(Bild: sybarite48)

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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