Ein altes Handy ist kein iBeacon

Das Internet der Dinge ist hier dank Bluetoothe LE

Handy Uhr

Ich habe ein altes Handy. Es dient mir heutzutage als Uhr. Theoretisch. Tatsächlich—und ich bin sicher, dass ich das auch statistisch belegen könnte—zeigt es meistens dann die Uhrzeit an, wenn ich nicht da bin. Zum Beispiel um 9 Uhr. Ach es kann so schön 9 Uhr anzeigen. Nur sehe ich das meistens nicht, weil ich dann auf dem Weg zur Kita bin. Oder 14 Uhr. Ach ich mag es besonders wenn mein Handy 14 Uhr zeigt. Das kann es wirklich gut. Leider bin ich um diese Uhrzeit normalerweise nie Zuhause um ihm beim anzeigen zuschauen zu können.

Abends wenn ich nach Hause komme, zeigt es meistens keine Zeit mehr an. Dann ist die Batterie leer und ich muss es aufladen. Später am Abend, wenn das Kind ins Bett gehen soll, zeigt es noch immer nichts an. Es wird ja noch aufgeladen.

Nachts, wenn ich am Rechner sitze und arbeite—ja das ist unsere Zeit. Ich weiß, dass es versucht 3 Uhr besonders sauber anzuzeigen, weil es ja weiß, dass ich seine 9 so mag—na ja, und 3 und 9 sind ja schon ein bischen ähnlich.

Ich frage mich, warum zeigt es die Uhrzeit nicht einfach nur dann an, wenn ich in der Nähe bin?

Mit iBeacon ginge das sicher. Es hat kann aber kein iBeacon. iBeacon ist von Apple, mein kleiner Schatz ist von Nokia. iBeacon nutzt Bluetooth Low Energy (BLE), manchmal auch Bluetooth LE oder Bluetooth Smart genannt.

Bluetooth® Smart is the intelligent, power-friendly version of Bluetooth wireless technology. While the power-efficiency of Bluetooth Smart makes it perfect for devices needing to run off a tiny battery for long periods, the magic of Bluetooth Smart is its ability to work with an application on the smartphone or tablet you already own.
(http://www.bluetooth.com/Pages/Bluetooth-Smart.aspx)

Hört sich nach Internet of Things an? Richtig. Bluetooth Low Energy wurde tatsächlich mal um 2006 herum von Nokia entwickelt. Es hieß damals noch Wibree. Ja ehrlich.

Beacon ist Englisch und bedeutet sowas wie Leuchtturm oder Signalfeuer oder so. Ein Beacon strahlt also, wie ein kleiner süßer Leuchtturm, ein Signal aus via Bluetooth LE. Das Signal wird vom Endgerät empfangen und verarbeitet, das ist in Apple’s Fall der iBeacon Part.

Das Internet der Dinge ist also endlich da. Jetzt muss man sich nur noch eine Beacon-fähige App installieren und es kann los gehen. Und für alle die noch nicht an das Internet of Things glauben ist es jetzt wirklich 5 vor 12. Letzte Gelegenheit sein Wissen aufzufrischen und auf den Zug aufzuspringen.

Apropos 5 vor 12: ich muss meine Handy-Uhr aufladen gehen. Das Display ist schon wieder schwarz.

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

Leave a comment

Your email address will not be published.


*


css.php