Gelbe (Web)Seiten

Ein Schulterblick in die Zukunft

Gelbe Seiten (Bild: Jamie via Flickr)

Also ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Gelbe Seiten wichtig waren. Dieses dicke Buch in dem so viel Nützliches stand. Gibt es Gelbe Seiten überhaupt noch? Ich kenne niemanden der dieses Produkt noch nutzen würde. Niemand im Büro, niemand im Freundeskreis. Niemand in der Familie.

Damals, nehme ich an, war es für Firmen, Geschäfte und Handwerker überlebenswichtig dass sie an der Stelle in den Gelben Seiten standen wo potentielle Kunden nach ihnen suchten.

Heute haben Firmen natürlich Webseiten und sehr viele Dienste und Handwerker sind auf Twitter, Facebook und so weiter zu finden.

Dass Produkte wie die Gelben Seiten kommen und gehen ist völlig normal. Man kann beliebig weit zurückblicken, es war schon immer so. Egal ob Pferdekutsche oder Netscape Browser, immer wieder wird ein Produkt oder Service von einem nächsten abgelöst.

Jedes Mal wenn man sich im Zeitraum von so einem Produkt befindet, scheint es unvorstellbar wie das eine Ding jemals verschwinden könnte. Und dann, ein paar Jahre später, wacht man auf und der ach so geliebte und so häufig genutzte Dienst ist schon lange abgelöst von irgend was Neuem.

Das war schon immer so. Das wird immer so sein.

Und was ist mit dem Web? Das Web wird natürlich für immer bleiben. Webseiten wird es immer geben. Ist doch klar. … Also, ich meine jetzt nicht das für-immer das wir bei Schreibmaschinen, Nokia Handys, dem Walkman, Yahoo oder Myspace gesehen haben. Ich meine das andere für-immer. Oder gibt es das gar nicht?

Ist es vorstellbar, dass schon bald das Web kaum noch als deutlich erkennbarer Dienst besteht? Können wir uns eine Zukunft vorstellen, in der beispielsweise alles nur noch über Apps läuft?

So unmöglich scheint das nicht zu sein. Vieles vom Web spielt sich schon in Apps ab: Facebook, Twitter, Flipboard, Skype, diverse E-Commerce Applikationen. Die Liste der Apps die wir viel nutzen ist recht lang.

Umgekehrt ist heutzutage Google fast schon das Web. Google ist unsere Startseite, unsere Suchmaschine und unsere Plattform. Und je mehr Google das Web an sich reißt, umso mehr reagieren konkurrierende Kräfte mit Apps.

Techcrunch schrieb 2014 As Mobile Roars Ahead, It’s Time To Finally Admit The Web Is Dying und ebenfalls 2014 titelte The Wall Street Journal The Web Is Dying; Apps Are Killing It. Es gibt mittlerweile viele solcher Schlagzeilen. Ist da was dran?

About Jan (498 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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