Informationsliteralität

Information Literacy

Informationsliteralität: Daten, Information, Wissen.

Informationsliteralität, auf Englisch Information Literacy, ist ein wichtiges Thema welches meiner Meinung nach noch immer zu wenig Beachtung erfährt.

Was ist Informationsliteralität (Informations Literalität)?

Informationsliteralität (oder sagt man Informations Literalität? Ich denke nicht.) beschäftigt mich schon eine Weile. 2007 habe ich Informationsliteralität noch wie folgt beschrieben: die Fähigkeit, Informationen gezielt finden und beurteilen zu können. Heutzutage fehlt mir da noch die Fähigkeit Information präsentieren, also kommunizieren zu können.

Informationsliteralität ist die Fähigkeit Information effizient finden, beurteilen und kommunizieren zu können.

Effizienz halte ich in der Definition für wichtig, geht es doch darum in möglichst kurzer Zeit und mit so geringem Aufwand wie möglich Information zu finden.

In meinem Informationsliteralität Beitrag von 2007 erwähne ich das Bit Literacy Projekt von Mark Hurst, Autor des gleichnamigen Buches Bit Literacy: Productivity in the Age of Information and E-mail Overload (Hardback) – Common (und übrigens, das Buch ist in der Kindle Version schon lange kostenlos bei Amazon zu finden: Bit Literacy: Productivity in the Age of Information and E-mail Overload).

Mark Hurst’s Buch trägt den Untertitel Productivity in the Age of Information and E-mail Overload—entsprechend ist es kein reines Buch über Informationsliteralität, sondern ein Buch über Produktivität. Produktivität halte ich aber im Konzept Informationsliteralität für eine wichtige Komponente.

Im Kapitel 13, The future of bit literacy schreibt Hurst:

The future will also bring new, unfamiliar bitstreams that users will be expected to creat, maintain, and receive from others. This happened before. Twenty years ago my parents hadn’t heard of e-mail, and now they’re expected to use an e-mail account, daily, to communicate with children and grandchildren, as well as friends and neighbors.

Informationsliteralität in Bildung und Ausbildung

Informationsliteralität hat heutzutage viel mit digitalen Wekzeugen und Software zu tun. Aber es ist mehr als nur das Beherrschen aktueller Tools und Apps. Es ist eine Denkweise. Ein Mindset, wie man so schön sagt. On the Internet, nobody knows you’re a dog, schrieb der Amerikanische Cartoonist Steiner bereits 1993.

Informationsliteralität hat viel damit zu tun, sich immer wieder die Besonderheiten des Internets, des Webs und des digitalen Umfelds bewusst zu machen. Dies ist ein andauernder Lernprozess der möglichst früh beginnen muss.

Jugendliche müssen lernen, das eine gute Recherche mehr als nur eine Wikipedia-Suche ist. Wenn Kinder das elterliche Tablet in den Händen halten, lernen sie sehr schnell, dass man damit auch malen und Bilder und Filme schauen kann—wenn man sie lässt. Informationsliteralität ist eben auch Media Literalität und Bit Literalität und vieles mehr.

Informationsliteralität ist eine natürlich, zeitgemäße Erweiterung dessen was wir schon lange Literalität nennen. Es gibt übrigens eine Europäische Konferenz zum Thema Informationsliteralität (ECIL).

Information Literacy, Media Literacy and Lifelong Learning being the main themes, ECIL aims to bring together researchers, information professionals, media specialists, educators, and policy makers from around the world to exchange knowledge and experience and discuss current issues, recent developments, challenges, theories, and good practices.

Es wäre sicherlich mal interessant an der Konferenz teilzunehmen.

(Bild: European Southern Observatory)

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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