Motorola Moto 360

Das Eckige muss ins Runde

Motorola moto 360

Neulich gab es eine recht interessante Produkt-Vorschau mit Jim Wicks, CVP Consumer Experience Design bei Motorola, zum brandneuen Moto 360 Projekt (Video siehe unten). Das Moto 360 ist eine neue Smartwatch von Motorola die bald auf den Markt kommen soll.

Im Interview sagte Wicks in etwa die meisten Uhren sind rund, daher haben wir unsere Uhr auch rund gemacht. Wir wollten nicht gegen den Strom schwimmen. Wir wollten die Schwerkraft nicht neu erfinden.

Ich denke, die meisten Uhren sind rund, weil sie Zeiger haben die sich im Kreis um einen fixen Mittelpunkt drehen. Das läßt sich bei analogen Uhren echt sehr schwer ändern. Aber warum muss man das bei digitalen Uhren auch so machen?

Die Dame die das Interview führt fragt, ob man die Armbänder an der Uhr wechseln kann. Eine gute Frage, sagt Jim Wicks, ja daran haben wir gedacht. Wow, denke ich. Dass ist doch schon die halbe Miete. Was könnte jetzt noch schief gehen?

Ein Hauptfeature ist die Spracheingabe die man ja bereits von Smartphones her kennt. Spracheingabe ist irgendwie so ein mysthisches GUI Wesen. Das Einhorn des UI Designs. Klar, theoretisch ist das echt ‘ne tolle Sache. Praktisch ist es meistens langsam, fehleranfällig, aufdringlich, ungenau und äh sagte ich schon langsam?

Es ist nicht der erste Versuch Motorolas eine Smartwatch im Markt zu platzieren. MOTOACTV (gesprochen: moto active) von 2011 und wie Moto 360 ebenfalls auf Android Basis, wird vielleicht dem Einen oder Anderen bekannt sein (siehe z. B. diese Engadget Review).

Wicks spricht vom glancable user interface. Wie soll man glancable übersetzen? Es ist irgendwie das Gegenteil von blickdicht. Also so etwas wie ein kurze-Blicke-förderndes User Interface. Weil die Moto 360 Uhr nun rund ist, werden alle wichtigen Informationen in der Mitte gebündelt. Das ist bei normalen, analogen Uhren anderst—wenn man mal drüber nachdenkt. Da befindet sich die wichtige Information ganz am Rand des User Interface. In der Mitte ist lediglich die sehr unwichtige Schraube um welche sich die Zeiger herum drehen.

Mein aktuelles Lieblingsfeature dieser Smartwatch (die ich nicht besitze) ist: keine Kamera. Das ist doch echt mal eine Erlösung. Vielleicht wird das User Interface ja doch nicht soo überladen, wenn die Moto 360 irgendwann demnächst tatsächlich auf den Markt kommt. Vielleicht auch nicht.

Android Wear und Google Now Services sind allerdings die wirklich wichtigen Schlagworte die fallen. Android Wear OS ist das neue Android Betriebssystem für Uhren und andere wearables (tragbare Ausgabegeräte). Android Wear gibt es für runde und (Gott sei’s gedankt) eckige Oberflächen.

(Bild: Motorola)

About Jan (501 Articles)
<p>Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.</p>

Leave a comment

Your email address will not be published.


*


css.php