Native Advertising

Sieht aus wie echt.

Native Advertising (Bild: Matt MacGillivray via Flickr)

Wie könnte eine Werbung für die Webseite Bulimia.com aussehen? Es gibt natürlich viele Möglichkeiten und unterschiedliche Formate (Fernsehen, Podcasts, Magazine, Radio …). Eine gute Option ist Werbung als interessante Geschichten zu verpacken. Ich sprach darüber mit Mr. Media Thomas Koch in diesem Podcast:

Hier ist ein schönes Beispiel. Bulimia.com beauftragt eine Agentur oder schreibt selbst lesenswerte Artikel, die man dann bekannten Magazinen anbietet. Im Artikel findet sich dann natürlich ein Backlink zu Bulimia.com. So sieht ein Beitrag dieser Art aus: Comic Book Women With Realistic Bodies Are The Heroines We Need.

Das nennt man Content Marketing. Content Marketing zielt darauf ab, Geschichten zu erzählen die möglichst viel Anklang finden und gerne über verschiedene Kanäle und Publikationen weitergegeben werden. Die gesammelten Backlinks geben SEO Saft, die Geschichte selbst trägt zur Brand Awareness bei.

Content Marketing ist oft nicht als Werbung markiert. Native Advertising hingegen meistens schon.

Native Advertising und Paid Advertising

Native Advertising ist eine spezielle Form von Content Marketing. Hierbei wird Werbung an das Format des Kanals in dem sie eingebettet wird angepasst.

Native advertising is a form of paid media where the ad experience follows the natural form and function of the user experience in which it is placed. (via sharethrough.com)

Design, Sprache, Formate oder User Experience sollen möglichst so gewählt werden, dass die Werbung als solche nicht auffällt. Der Werbeblock ist eben nativ.

Wir kennen Native Advertising von In-Feed Werbung (z. B. auf Twitter) und natürlich von Werbeeinblendungen in Suchergebnislisten. Auch hier gibt es viele Optionen.

Die Umfrage am Ende dieser Seite von BuzzFeed.com wird in dieser Native Advertising Kampagne von Waschmittelhersteller All Laundry nachgeahmt: Which “Peanuts®” Character Is Your Kid? Irgendwo in der Nähe der Werbung steht dezent Brought to you by, oder etwas in der Art.

Bei Native Advertising geht es oft eher um Brand Awareness oder Brand Engagement als um direkten SEO Strom.

Native Advertising User Experience

Warum ist das Thema Native Advertising für uns UXler interessant? Nun, da ist natürlich zunächst diese ganze Information Literacy Sache. Information ist wichtig. Um Informationen dreht sich unser gesamtes Leben. Wenn Content als Information getarnte Werbung ist, dann kann das irreführend sein oder Schlimmeres.

Darauf müssen wir als Nutzer achten und dessen sollten wir uns als Anwälte von Usern besonders bewusst sein.

Dann ist da natürlich die Sache mit externen Inhalten in unserer täglichen Arbeit. Man überlegt sich ein Interaktionskonzept für etwas oder gestaltet ein UI Design ohne zu wissen, dass auf der Webseite oder App Native Advertising erscheinen wird.

Später wundert man sich, warum zwischen Überschrift und Produktbild plötzlich noch diese fremden Teaser erscheinen.

„Ach die meinst Du,“ heißt es dann vielleicht auf Nachfrage aus der Marketing Abteilung. „Das sind unsere Werbepartner. Die haben wir ja immer.“

„Ach ja? Schön das mir das vorher niemand gesagt hat.“

About Jan (493 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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