New York im Banksy Fieber

Kunst im Zeitalter von Social Media und Transmedia Storytelling

Roboter (Bild: Banksy)

Hat Deine Stadt einen echten Banksy? Du weißt schon: eine dieser meistens auf wunderbare Weise unterhaltsamen oder irritierenden Graffiti Kunstwerke des Britischen Straßenkünstlers Banksy. Banksy Straßenkunst gibt es mittlerweile in vielen Städten weltweit und auch in diversen Museen. Die Identität des Künstlers ist aber nach wie vor (mehr oder weniger) unbekannt – oder zumindest geheim und irgendwie auch Teil der Marketingstrategie.

Bereits 2007 fragte die FAZ Wer ist Banksy? und schrieb …

Er schmuggelt seine Bilder in Museen, Brad Pitt will alles von ihm haben, Sotheby’s erklärt seine Kunst zur modernen Klassik. Banksy ist ein Genie des Humors. Seine Werke könnten ein neues Kapitel der Kunstgeschichte eröffnen.

Ein neues Kapitel im Banksy-Buch der Kunstgeschichte hat der Künstler im Oktober 2013 in New York aufgeschlagen. Im Rahmen seines Projektes Better Out Than In kreiert Banksy fast täglich neue Werke in unterschiedlichen New Yorker Stadtteilen. Seine Werke dokumentiert der Künstler online.

Wie jeder gute Künstler, hat auch Banksy eine umfangreiche Marketing-Kampagne im Ärmel und bespielt unterschiedliche Plattformen mit Inhalten. Hier geht es zum Beispiel zu Banksys’ YouTube Channel, Banksy auf Instagram und natürlich zu diversen Websites wie banksy.co.uk oder banksyny.com (die zur Zeit alle das Gleiche zeigen) und Twitter (@banksyny). Selbstverständlich gibt es auch ein Hashtag zum Projekt: #banksyny.

Findige New Yorker machen sich täglich auf die Suche um das neueste Werk des Meisters möglichst zeitnah zu finden und tweeten überglücklich Erfolge – die manchmal dann von Anderen als Fälschung entlarvt werden. Tja, das ist halt Kunst und alles drum herum ein großes Happening.

Wird dann ein echtes Werk entdeckt, versammeln sich schon mal größere Menschenmassen um das Geschaffene zu bewundern. Anwohner, Hausbesitzer oder sonstige Stakeholder investieren dann gerne schon mal eigenes Geld um Sicherheitsdienste zu beauftragen Banksys’ Straßenkunst zu schützen. Schließlich ist so ein Kunstwerk durchaus viel Geld wert.

Nearly every day this month, Banksy’s website announced the appearance of a new piece somewhere in New York’s five boroughs. New Yorkers flocked to catch a glimpse of stencils, tags, sculptures, and moving works of art before they disappeared, or were defaced or painted over.

… schreibt The Atlantic und die New York Times berichtet in Monthlong Chase Around New York City for Banksy’s Street Art:

Borough by borough, and sometimes neighborhood by neighborhood, reactions differed every time a Banksy popped up. In a way, it took this Englishman to remind New Yorkers that parts of our city remain distinct as foreign lands.

Zu vielen seiner Oktober Werke veröffentlicht Banksy auch einen kurzen und sehr hörenswerten Audio Schnipsel auf seiner Webseite. Entsprechende Werke werden von einer Telefonnummer begleitet, die man anrufen und sich das Audio direkt am Kunstwerk vor Ort anhören kann.

Marketing-Interessierte können von Banksy viel lernen – und ich meine jetzt nicht bezüglich Kunst oder Gesellschaftskritik. Nein, ich rede von Content Marketing und Transmedia Storytelling.

(Bild: Banksy, banksy.co.uk)

About Jan (490 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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