Usability-Test: Task Time

Teil 1: Task Time als wichtiger Usability-Test Messwert

Task Time (Bild: Stopwatch photo by wwarby)

Die durchschnittliche Task Time gibt Auskunft über die Dauer einer Usability-Test Aufgabe. Gesammelte Task Times sind gute Orientierungspunkte und helfen das Usability-Test Ergebnis zu interpretieren.

Einer der wichtigen Aspekte bei Usability-Tests ist Konsistenz. Man sollte sich einen guten Ablauf angewöhnen und diesen möglichst beibehalten. Das macht die Auswertung verschiedener Usability-Tests untereinander einfacher. Wenn man im Team arbeitet (und man sollte Usability-Tests wenn möglich immer mindestens zu zweit machen) ist diese Absprache umso wertvoller.

Ein etablierter Prozess stellt dar welche Tools man benutzt, wie man den Test aufbaut, durchführt und auswertet und so weiter. Eine wichtige Frage bei der es immer wieder zu Diskussionen kommt ist, was will man eigentlich messen? Welche Datenpunkte will man sammeln?

Hat man im Team, der Firma oder Agentur (oder für sich selbst) einheitliche Messungen definiert und etwas Erfahrung damit gesammelt, lassen sich verschiedene Usability-Test Ergebnisse besser vergleichen. Jeder neu hinzukommende Usability-Test macht das eigene Test-Archiv umso wertvoller. Man sammelt mit jedem Usability-Test Daten die man mit vergangenen Tests vergleichen kann.

In den folgenden Beiträgen werde ich hier im DESIGNBRIEF drei Datenpunkte nennen, die sich ganz einfach sammeln lassen und bei keinem Usability-Test fehlen sollten. Wir fangen mit der Task Time an:

Usability-Test Task Time

Die Task Time gibt ganz einfach an, wie lange es gedauert hat, bis ein vorher definiertes Ergebnis einer Usability-Test Aufgabe erreicht worden ist.

Die Task Time gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Eine ganz einfache Option ist die Task Time nur auf erfolgreich beendete Aufgaben zu beziehen. Die sogenannte Task Completion Time.

Beispiel: (Aufgabe 1) Sie planen einen gemütlichen Videoabend. Ein spannender Film soll es sein. Eine Google Suche hat Sie zum Video-Portal XYZ gebracht. Bitte leihen Sie sich einen aktuellen Thriller aus (“aktuell” bedeutet von 2012 oder jünger).

Wenn der Proband einen passenden Film nicht gefunden hat oder irgendwie die Aufgabe nicht lösen konnte, gilt die Aufgabe als nicht erfolgreich beendet. Die gestoppte Zeit kann weggeworfen werden.

Man kann natürlich alle möglichen Variationen der Task Time tracken und mit oder ohne Abbruch messen und sich diverse sonstige Zeitbezogene Werte ausdenken. Meiner Erfahrung nach, sollte man sich das Leben hier aber nicht unnötig schwer machen. Ein einfacher Zeitwert der angibt wie lange die erfolgreiche Durchführung einer Aufgabe gedauert hat, ist ein wertvoller Datenpunkt.

Durchschnittliche Task Time

Hat man den Usability-Test dann beendet, lassen sich aus den Zeitwerten der einzelnen Aufgaben Mittelwerte bilden. Angenommen man hatte an einem Tag sechs Probanden zu Gast, die alle erfolgreich obige Aufgabe 1 lösen konnten, nimmt man den Mittelwert und vergleicht ihn mit anderen Messungen.

Hat man selbige Aufgabe vielleicht schon mal am alten Design gemessen? Wie hat sich der Wert seit dem Redesign geändert? Hat man die Aufgabe an Konkurrenzprodukten durchgespielt? Wie war da der Task Time Mittlewert. Wenn man keine Vergleichswerte zur Hand hat, kann man sich selbst mal stoppen. Wie lange dauert es bis zur erfolgreichen Lösung von Aufgabe 1 bei Amazon, bei iTunes oder bei Watchever? Wie lange benötigst Du als UX Profi? Wie lange benötigen Deine Eltern dafür? Sehr einfach lassen sich schnell wertvolle Messwerte generieren.

Lautes Denken, also das vor sich hin reden des Probanden während des Usability-Tests, stört die Task Time Messung nicht wirklich. Was man nicht machen darf, ist dem Probanden ablenkende oder nachhakende Fragen zu stellen, während er oder sie noch die Aufgabe abarbeitet. Also: einfach Beobachtungen aufschreiben und unmittlerbar nach der beendeten Aufgabe gegebenenfalls noch mal nachhaken, wenn die Zeitmessung nicht mehr läuft.

(Bild: wwarby)

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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