Vier Ws

Noch Fragen?

Vier-Ws (Bild: Matthias Ripp via Flickr)

Im Podcast Problem Framing: Who, What, Where, Why? mit Rupert Platz erwähnt Rupert die Vier Ws. Was aber sind die Vier Ws?

Die vier Ws sind ein Workshop Format (oder Workshop Prozess) bei dem im Team versucht wird Wer?, Was?, Warum? und Wo? Fragen zu beantworten.

Im Podcast zitiert Rupert Platz den UX Berater Will Evans mit dem wunderbaren Satz:

A problem well stated is mostly solved.

Was heißt das? Ein Problem gut zu beschreiben ist tatsächlich nicht einfach. Sehr oft schleicht sich in eine vermeintliche Problembeschreibung bereits eine Lösung ein.

Beispiel

Projekt-Team: Was ist denn das Problem?

Kunde: Das Problem ist, dass wir hier gerne ein Dropdown hätten. Könnt Ihr das bitte bis Ende der Woche umsetzen?

Kunden (interne wie externe) sind natürlich meistens keine Lösungs-Experten. Sie sind Problem-Experten. Sie kennen einen bestimmten Kontext oder eine Problem Domain besonders gut. Dieses Expertenwissen aus ihnen herauszukitzeln ist eine wichtige Aufgabe (und ein Thema welches bei Jobs-to-be-done sehr aufmerksam betrachtet wird).

Die Lösungsprofis sind aber wir. Daher ist es wichtig, dass wir uns nicht Lösungen als angebliche Problembeschreibungen andrehen lassen.

Verlieb Dich in das Problem

In meiner World Usability Day 2015 Präsentation in Hamburg habe ich in einem Slide Brad Smith (CEO, Intuit) zitier:

Fall in love with the problem, not the solution.

Wir Konzepter und Designer müssen das Problem komplett durchdringen und nachvollziehen können. Da kommt uns das Einfühlungsvermögen (Empathie) zu Gute, welches uns oft überdurchschnittlich zueigen ist.

Wenn es um die vier Ws geht, so rät Will Evans die vier Wer?, Was?, Warum? und Wo? Fragen zu beantworten und so dem eigentlichen Problem auf den Grund zu gehen.

Im vier Ws Workshop beantwortet jeder Teilnehmer erstmal die Fragen für sich selbst. Dafür reichen 10 Minuten aus. Dannach werden in kleinen Gruppen die Ergebnisse zusammengetragen, besprochen und gewichtet.

Im nächsten Schritt schreibt wieder jeder für sich das Problem Statement nieder. Hierbei soll man konkret auf die vier Ws eingehen und das zuvor in der kleinen Gruppe Besprochene hinzuziehen.

Im nächsten Schritt werden alle Problem Beschreibungen wieder gemeinsam im Team begutachtet und bewertet. So gelangt das Team abschließend zu einem guten gemeinsamen Problemverständnis.

In der nachfolgenden Präsentation spricht Evans von der Lean UX Kata:

  • Who is the customer?
  • What is their problem?
  • What do you know and how do you know it?
  • What are your assumptions?
  • How will you test them?
  • What have you learned and what should you learn next?
  • What is your very next experiment?
  • How will you measure it?

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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