Was ist der Job eines Warenkorbs?

Jobs-to-be-done im Online Shopping

(Bild: Rick Harris via Flickr)

Ich war heute mit einigen sehr netten Kollegen Teil einer kleinen Produktvorstellung. Ein Startup hat uns ihre E-Commerce Idee anhand eines netten, kleinen Prototypen vorgestellt.

Die Startup-Jungs hatten sich einen besonderen Einkaufsprozess überlegt (den ich hier nicht näher erklären kann) und wollten von uns UX Beratern wissen, ob sie den Warenkorb als solchen in ihrer Software zeigen müssen oder ob man ihn auch weglassen könnte.

Jetzt könnte man sagen, Nutzer erwarten auf jeder E-Commerce Seite (oder App) einen Warenkorb, also zeigt besser einen an. Oder man könnte sagen, na ja wenn Euer Prozess wirklich soo übersichtlich ist, vielleicht braucht man dann wirklich keinen Warenkorb?

Antworten auf solche Fragen helfen Symptome zu behandeln. Im Gegensatz zu Frank N. Furter wollen wir im User Experience Kontext aber Ursachen auf den Grund gehen und nicht Symptomen.

Durch die Jobs-to-be-done Brille geblickt ist die Frage natürlich, welchen Job will der Kunde erledigt haben, für den der Warenkorb ein möglicherweise „guter Diesntleister“ ist den der Kunde für diesen Job anwerben würde?

Kein Nutzer oder Kunde wird jemals ernsthaft einen Warenkorb fordern. Genau so wie wir eigentlich nicht die Bohrmaschine sondern das Loch in der Wand wollen, so wollen auch Nutzer nicht den Warenkorb sondern möglicherweise einen Überblick über ihre Bestellung.

Vielleicht wollen sie in ihrer jeweiligen Situation auch nur schnell die Gesamtkosten sehen die angefallen sind, oder sie wollen vor der Bestellung noch einmal überblicken ob sie das richtige Produkt geklickt haben.

Die Situationen in denen Nutzer digitale Warenkörbe bemühen sind auf jeden Fall betrachtenswert. Ebenfalls interessant ist die Motivation der Kunden. Warum wollen sie einen bestimmten Job erledigt haben?

Jobs-to-be-done sagt, der persönliche Fortschritt ist immer eine mächtige Antriebskraft. In Gesprächen mit Nutzern erfährt man vielleicht was sie wirklich in der bestimmten Situation bewegt hat.

Situation und Motivation zu betrachten und Dingen auf den Grund zu gehen, ist ein wichtiger Bestandteil der Jobs-to-be-done Denkweise.

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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