Willkommen in der Post-App Era

Neue Epoche in Sicht

post-app-era (Bild: Highways Agency via Flickr)

Wie bitte? Post-App Era? Wo kommt die denn plötzlich her? Während gestandene Webentwickler noch (immer) darüber streiten, ob Bootstrap oder Foundation besser ist, sind viele Konsumenten schon längst weiter gezogen. Phunware schrieb Ende 2015:

90% of our mobile time is spent in-app. As consumers, we continue to gravitate to the app ecosystem for smoother, deeper mobile experiences in a variety of forms—from social to entertainment to gaming. (Phunware)

Und natürlich wissen wir alle, dass Smartphones auf dem Vormarsch sind. Mobile First und so. Da muss man nicht viel darüber schreiben. Seit Anfang 2014 verbringen wir mehr Zeit im Internet auf mobile Endgeräten als auf Desktop Rechnern und seit 2015 wissen wir, dass wir den weitaus größten Teil unserer Smartphone-Zeit in Apps verbringen (85%). There’s an app for that, proklamierte Apple bereits 2009.

Post-App Era

Was macht nun angeblich die Post-App Era aus? Zunächst nutzen wir lediglich sehr wenige Apps täglich, obwohl unsere Smartphones und Tablets voll mit Apps sind. In etwa 5 Apps verbringen wir 80% unserer Zeit hört man immer wieder.

In einer Post-App Era sind wir nicht mehr gezwungen in die eigentliche App einzutauchen. Vielmehr bekommen wir situationsbedingt kleine Informationshäppchen aus der App via notification layer serviert.

In einer Post-App Era wird Voice Interface endlich zur Routine. Amazon Echo und Google Home sind nur zwei Beispiele für viele Systeme die recht überzeugend mit der Stimme bedient werden. Das Besondere: diese quasi Meta-Apps bedienen sich anderer Dienste um an Informationen zu kommen.

In einer Post-App Era werden Apps die man nicht auf seinem Smartphone installiert hat einfach gestreamt. Android Instant Apps heißt die neue Technologie auf Android Smartphones. Man sucht etwas, Google kennt eine passende App dafür und schon kann man den Teil der App nutzen den man gerade benötigt ohne die eigentliche App installieren zu müssen.

Instant Apps differs in that it is designed to modularize Android apps so that just the components that are immediately needed can be downloaded on the fly. It was presented by Google as being a solution to avoid the need for users to manually download an app they might only rarely use, such as a specific store’s shopping app. Instead, just the components needed to present the results of a Google search are downloaded. (appleinsider.com)

Natürlich befinden sich auch Facebook’s Messenger Platform basierte Chat Bots in einer Post-App Era. Warum sollte man sich noch Pizzadienst-Apps oder Bringdienst-Apps installieren, wenn alles auch via FB Messenger zu bedienen ist, sein wird? Solche virtual personal assistants (VPAs) tragen einen gewissen Jobs-to-be-done Kern in sich. Bekanntlich will man ja nur das Loch und nicht den Bohrer haben.

Kommt die Post-App Era also oder nicht? Mal abwarten und die Lage beobachten. Bis 2020 sind es noch vier Jahre. Da kann einiges technologisch glattgezogen werden (selbstfahrende Autos, voice user interface, VPAs …). Und 2020 ist doch ein gutes Datum um eine neue Epoche auszurufen.

In diesem Sinne: Post-App Era wir kommen!

About Jan (501 Articles)
<p>Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.</p>

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