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Interdisziplinäre Teams

Office Night (Bild: Aaron May via Flickr)

Gehen wir zu Dir oder zu mir? Eine Frage die man im Agenturumfeld schon das eine oder andere Mal hört. Ich rede jetzt aber nicht von dem Abenteur welches Jason Hobbs im kostenlosen E-Buch UX Storytellers beschreibt. Ich meine ein anderes wildes Unterfangen: interdisziplinäre Teams.

Interdisziplinäre Teams sind nach wie vor der Liebling aller Management Berater und die Lösung aller Probleme. Ok, sie haben eine kleine Schattenseite über die man ungern spricht. Tendayi Viki tut das leider in The Lean UX Anti-Pattern: Cross-Functional Silos:

The value of cross-functional teams cannot be denied. They are a significant step forward that every organization should take in order to innovate and learn fast. However, the creation of cross-functional teams has a paradoxical side-effect that might recreate a different version of the problem that they were designed to solve. (…) When there is no need for handoffs, the cross-functional team can become insular and separated from other cross-functional teams in the organization. As the team works to meet its goals and succeed, insular behaviour can become the norm. This can become a particular challenge if the team is cohesive and works well together.

Ach Mensch, jetzt wo es mit Scrum so langsam den Bach runter geht (endlose Meetings und Inkremente ohne Wow-Faktor) sind interdisziplinäre Teams doch unser Stern am Firmament.

Und so schlecht sind sie wirklich nicht. Wenn nur nicht diese eine Frage wäre: gehen wir zu Dir oder zu mir?

Ihr müsst wissen, es gibt zwei Arten von interdisziplinären Teams:

  • die Teams wo Designer bei Entwicklern arbeiten
  • die Teams wo Entwickler bei Designern arbeiten

Da es in jeder größeren IT Bude viel mehr Entwickler als Designer gibt, ist der erste Fall natürlich der mit Abstand häufigere. Leider.

Design Office

Hier arbeiten Designer (Bild: liveworkoakland.com)

Sehr oft sind es Interaction Designer und UI Designer die sich irgendwo bei den Entwicklern dazusetzen dürfen. Die Folge sind Arbeitsumgebungen in denen sich Designer meistens nicht wohl fühlen.

Dev Office

Hier arbeiten Entwickler (Bild: Phil Whitehouse via Flickr)

Man ist von seinesgleichen getrennt (jedes Dev Team bekommt einen Designer zugeteilt) und spielt das Projektmaskottchen in dunklen Räumen bei geschlossenen Fenstern.

Designer sollten meiner Meinung nach auf Arbeitsplätze bestehen, die dem Typ Mensch entsprechen welche Designer nun mal sind. Menschen die das Schöne lieben und täglich für Gebrauchstauglichkeit und UX Qualität kämpfen, sollten sich nicht das Recht auf passende Arbeitsplätze nehmen lassen.

About Jan (501 Articles)
Informationsarchitekt und Konferenz-Veranstalter (IA Konferenz, die Konzepter-Konferenz: http://iakonferenz.org, MOBX Mobile UX Konferenz: http://mobxcon.com), Podcaster und Twitter Addict. Geboren in Prag, sesshaft in Berlin.

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